Der Anlagehorizont als Trumpf

Geduld zahlt sich eben doch aus – und das mit zertifizierter Gewissheit.

Die US-Investmentbank JP Morgan hat ihren Kunden unlängst drei zentrale Prinzipien für langfristig erfolgreiches Investieren ans Herz gelegt. Das erste Prinzip lautete: „Definieren Sie Ihre Ziele.“ Das dritte war der Ratschlag, unterwegs für Anpassungen in der Strategie offen zu sein. Die Kernbotschaft allerdings steckte im zweiten Prinzip: „Bleiben Sie investiert.“

Wie gut sich Geduld und Stehvermögen für Anleger und Investoren auszahlen, das haben wir Ihnen in unserem Video-Kanal „Privatinvestor TV“ immer wieder anhand von Interviews, Charts und Beispielen belegt, etwa in diesem aktuellen Video.

Bei JP Morgan haben die Experten für den gesamten Zeitraum von 1950 bis 2020 die jährlichen Gesamtrenditen für Aktien, Anleihen und aus beiden Wertpapierarten gemischten Portfolios nach verschiedenen Anlagehorizonten untersucht. Bei den Aktien fällt das Ergebnis der jeweiligen Rendite-Bandbreiten je nach Anlagedauer besonders deutlich aus.

Während der untersuchten 7 Jahrzehnte wies ein Engagement in Aktien mit nur einem Jahr Dauer eine Performance-Bandbreite von -39 Prozent bis plus 47 Prozent auf. Wer sich 5 Jahre Zeit für seine Investments nahm, konnte mit Aktien, wenn er sie durchweg hielt, die Ausschläge auf -3 Prozent bis +28 Prozent eingrenzen. Für ein Investment mit 10 Jahren Dauer reicht die Performance-Spannbreite noch von -1 Prozent bis +19 Prozent, wie die Grafik zeigt. Man landet mit der entsprechenden Geduld also ziemlich sicher im positiven Bereich und eine negative Performance ist reichlich unwahrscheinlich.

Noch besser fuhr, wer während dieser Zeit – genauer gesagt: zu irgendeiner Zeit – in diesen 70 Jahren mindestens 20 Jahre lang investiert blieb. Hier lieferten Aktien eine jährliche positive Performance zwischen 6 und 17 Prozent, bei den „Large Cap“-Aktien wohlgemerkt. Mit „Large cap equity“, wie JP Morgan das in seinem Rechenbeispiel nennt, ist der S&P 500 Shiller Composite Index gemeint.

Bei Aktien ergab sich über die untersuchten 70 Jahre eine durchschnittliche Performance von 11,5 Prozent. Wer mit 100.000 Euro Startkapital angetreten wäre, hätte es daher auf stattliche 880.148 Euro gebracht. Eine ansehnliche Vermehrung.

Wer sich lediglich auf Anleihen konzentriert hätte, käme übrigens zu einem ähnlich positiven Fazit. Auch hier nahmen die Schwankungen mit längerem Anlagehorizont stetig ab. Über beliebige 10 oder 20 Jahre hätte es keine negative Performance mehr gegeben. Eine hälftige Mischung (50/50) von Aktien und Anleihen hätte sowohl über 5, als auch über 10 oder 20 Jahre keine negative Performance mehr aufgewiesen.

Hier geht es zu dem Papier von JP Morgan:

The 3 principles of long-term investing over a financial life cycle | J.P. Morgan Asset Management (jpmorgan.com)


Von Markus Gärtner

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